Herbert Schnoor

Herbert Schnoor (*1. Juni 1927, Aurich), SPD-Politiker, seinerzeit stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister in Nordrhein-Westfalen. Stand im Kreuzfeuer der Kritik am Verhalten der Polizei in NRW. Wollte den Einsatz unbedingt auf dem Boden des Bundeslandes zu Ende bringen, obwohl im Nachbarland Rheinland-Pfalz die GSG 9 bereitstand. Lehnte einen Rücktritt ab, da es keine falschen Entscheidungen gegeben habe, sondern „nur einen Mangel an richtigen“. Anlässlich des 25. Gladbeck-Jahrestages nannte der ehemalige Vorsitzende der SPD-Fraktion im NRW-Landtag, Friedhelm Farthmann, das damalige Handeln „ein ganz schlimmes Staatsversagen von A bis Z“.

Martin Thomas

Martin Thomas (*1. Mai 1950, Berlin), Politiker der Grünen. Saß von 1986 bis 1999 als deren Abgeordneter in der Bremischen Bürgerschaft. Von 1991 bis 1993 war er Fraktionssprecher der Grünen in der Bürgerschaft. Der gelernte Industriekaufmann war der erste Grüne, der als Mitglied der Parlamentarischen Kontrollkommission an der parlamentarischen Kontrolle des Verfassungsschutzes teilnahm. Als Mitglied des Geiselausschusses unterstellte der ehemalige Maoist und KPD-Funktionär der Polizeiführung, Tonbandmitschnitte des Polizeifunks „zumindest schlampig“ protokolliert, wenn nicht gar „mutwillig gefälscht“ zu haben.

Bernd Meyer

Bernd Meyer (*18. Mai 1946, Bremen), ehemals Polizeibeamter und Lehrer, SPD-Politiker und ab 15. Oktober 1987 Innensenator in Bremen. Übernahm die Verantwortung für zahlreiche polizeiliche Fehler auf Bremer Boden – speziell für die versäumten Zugriffsoptionen und für den vergeblichen Versuch, Telefonkontakt zum Verhandlungsteam der Polizei aufzunehmen – und trat am 20. November 1988 von seinem Amt zurück. Bezeichnet das Gladbecker Geiseldrama als „das prägnanteste kriminelle Delikt nach dem Kriege in Deutschland“. Sieht sich als „politisches Opfer“. „Heute“, so Meyer, „ist man bei Extremsituationen besser vorbereitet.“